Aktivitäten 2021

Der Verein Weimarer Dreieck trauert um Günther Pappenheim


Günter Pappenheim, Buchenwald-Überlebender, ist am 31.03.2021 im Alter von 95 Jahren verstorben.


Am 14. Juli 1943, er war 18 Jahre alt, spielte Günter Pappenheim anlässlich des französischen Nationalfeiertages für französische Zwangsarbeiter auf seiner Ziehharmonika die Marseillaise. Günter Pappenheim wurde denunziert, von der Gestapo verhört und wegen seiner staatsfeindlichen Gesinnung am 15.10.1943 ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Nach der Befreiung am 11.04.1945 beteiligte er sich am 19.04.1945 an dem Schwur von Buchenwald. Seit 2001 war er Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD).
Herr Günter Papperheim ist Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Bronze,Silber und Gold; er ist Kommandeur der französischen Ehrenlegion (2017); 2020 erhielt er den Verdienstorden des Freistaats Thüringen. Am 01.03.2021 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Weimar ernannt.

(08.12.2016 in Berlin (Thür LV) anlässlich der Ausstellung "Un-er-setz-bar", Günter Pappenheim mit seiner Ehefrau, an der Seite Sophie Eckensthaler und Dieter Hackmann)

Ehrenvolles Gedenken der  Opfer des Bombenangriffs vom 9. Februar 1945 auf die Gustloff- Rüstungswerke und Würdigung des ersten dunkelhäutigen Bürgermeisters Frankreichs und Widerstandskämpfers Raphaël Élizé anlässlich seines 130. Geburtstages am 4. Februar

 

Aufgrund der Corona-Pandemie ruft der Verein Weimarer Dreieck zum individuellen Gedenken auf. Ihr individuelles Verweilen an der  Gedenkstele in Weimar, Gelände des großen KZ- der ehemaligen Gustloff- Werke; Andersenstraße/ Ecke Kromsdorfer Straße, ist in diesen Tagen besonders wichtig.
 

 

Herausgabe der Broschüre „Raphaël Élizé – Begegnung mit der Stunde, die schmerzt“

 

Gemeinsam mit dem Französisches Kulturinstitut Thüringen und dem Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus hat der Weimarer Dreieck e.V. die Broschüre „Raphaël Élizé – Begegnung mit der Stunde, die schmerzt“ im November 2020 herausgegeben.

Der 130. Geburtstag von Raphaël Élizé ist ein besonderer Anlass auf die Broschüre und das damit verbundene Gedenken aufmerksam zu machen.

 

Die in gedrucktem Format und in digitaler Version vorliegende kleine Broschüre beschäftigt sich mit Raphaël Élizé, dessen Leben und Schicksal in Deutschland bisher weitgehend unbekannt geblieben ist. Dabei ist Élizés Leben spannend und tragisch zugleich. 1902 mit seiner Familie von Martinique nach Frankreich geflohen, studiert er dort Veterinärmedizin. In den 1920er Jahren engagiert er sich in der Sozialistischen Partei und wird 1929 in Sablé-sur-Sarthe zum ersten Schwarzen Bürgermeister Frankreichs gewählt. Nach der Besetzung durch deutsche Truppen geht er in den Widerstand, wird denunziert, verhaftet und nach Weimar verschleppt, wo er im Buchenwalder Außenlager des Wilhelm-Gustloff-Werkes Zwangsarbeit leisten muss. Am 9. Februar 1945 stirbt er beim alliierten Luftangriff auf das Werk.

Die Broschüre gibt Élizé ein Gesicht, indem sie von seinem Leben erzählt und damit sein Schicksal in den Fokus rückt, das symbolisch und exemplarisch für die mehr als 400 Toten, die ebenfalls dem Bombardement zum Opfer gefallen sind steht. Die Broschüre dokumentiert aber auch die seit 2015 regelmäßig stattfindenden Gedenkveranstaltungen. Und sie zeigt Wege auf, wie ein Umgang mit der schwierigen Geschichte erinnerungskulturell gelingen kann: Einige Schüler des Heinrich-Mann-Gymnasiums Erfurt haben im Rahmen ihrer Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg und in Verbindung mit dem Leben von Élizé Auszüge aus dem Roman „Rendez-vous avec l’heure qui blesse“ (dt. „Begegnung mit der Stunde, die schmerzt“) von Gaston-Paul Effa ins Deutsche übersetzt. In seinem Roman zeichnet der Gaston-Paul Effa anhand eines fiktiven Tagebuches das Leben und die Gedanken von Raphaël Élizé nach. Auszüge dieses Tagebuchs werden mit freundlicher Genehmigung des Verlags und des Autors in der Broschüre versammelt und erstmals publiziert.

 

Insgesamt dokumentiert die Broschüre Grußworte, Übersetzungsauszüge, Presseveröffentlichungen und Reaktionen der Öffentlichkeit, die allesamt das Gedenken an diese furchtbare Zeit in den Mittelpunkt rücken und zu einer Beschäftigung anregen wollen. Es geht darum, Historie und Gegenwart im Kontext zu sehen, sich der Ursachen für Erscheinungen im Jetzt bewusst zu werden. Angesichts aufkommendem Rassismus und rechter Tendenzen in Deutschland und Europa ist dies ein höchst aktuelles Anliegen.

 

Die Broschüre liegt im Europäischen Informations-Zentrum Thüringen, Anger 39, 99084 Erfurt zum Abholen bereit. Bestellungen von Einzelexemplaren sind über eiz@tsk.thueringen.de möglich.

 

Die digitale Veröffentlichung erfolgt für Lehrende unter www.thillm.de (unter Schulportal/Weimarer Dreieck)
THÜRINGER INSTITUT FÜR LEHRERFORTBILDUNG, LEHRPLANENTWICKLUNG UND MEDIEN

BroschürepolnÜBERS.pdf
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BrochurREfranzöÜBERS.pdf
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Der Weimarer Dreieck e.V. informiert über

die Erklärung zur deutsch-französischen Zusammenarbeit aus zivilgesellschaftlicher Sicht  der regionalen BeraterInnen des Deutsch-Französischen Bürgerfonds, da Präsenzveranstaltungen dieses Jahr vermutlich nicht möglich sind.

Aktuelles

Absage WD Kongress.pdf
PDF-Dokument [91.9 KB]

„Deutschland und Polen entdecken“ - Illustrierte deutsch-polnische Landkarte
http://www.dpjw.org/

Sag was! Dis Moi! Powiedz coś!
Ein deutsch-polnisch-französischer Leitfaden zur Sprachanimation in trinationalen Begegnungen zum Herunterladen

 

Download

Die Sanierung des Rathauses der Stadt Weimar erfordert vorübergehend einen Ortswechsel für die Vereinssitzungen. Ab Januar 2015 finden bis auf Weiteres thematische Vereinssitzungen auf Einladung im Europäischen Informationszentrum in der Regierungsstr. 73 in Erfurt statt. Mitglieder und Interessierte sind stets herzlich eingeladen, an den thematischen  Sitzungen teilzunehmen und diese aktiv mitzugestalten.

Postanschrift:

Weimarer Dreieck e.V.
Postfach 2520
99406 Weimar

 

vorstand@weimarer-dreieck.org 

 

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