Aktivitäten 2020

Verleihung der Ehrennadel in Weimar

 

Oberbürgermeister Peter Kleine hat verdiente Bürgerinnen und Bürger mit der Goldenen und Silbernen Ehrennadel der Stadt am 25.6.2020 ausgezeichnet.

 

In einer feierlichen Veranstaltung im Festsaal am Herderplatz in Weimar erhielten Dr. Gisela Bock und Dr. Johannes Bock sowie Horst Hasselmann jeweils die Goldene Ehrennadel für ihre herausragenden Lebensleistungen zum Wohl der Stadt Weimar. Klaus Herhold wurde die Silberne Ehrennadel für seine kulturellen Verdienste um das Wohl der Stadt Weimar verliehen.

 

Die Geehrten  stehen seit vielen Jahren für ein bürgerschaftlich engagiertes Weimar. Ihr beispielhafter Einsatz hat das Gesicht der Stadt Weimar nachhaltig und positiv  verändert. 

 

Dr. Gisela Bock (Jahrgang 1943) und Dr. Johannes Bock (Jahrgang 1940) engagieren sich bereits jahrzehntelang im Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar. Sie organisieren gemeinsam mit den Mitgliedern des Vereines Gedenkveranstaltungen, Lesungen, Filmvorführungen, Gedenk-Fahrradtouren, nehmen an Demonstrationen in Weimar teil und hatten Funktionen im Sprecherrat des Bürgerbündnisses inne. Sie haben mit ihrem Wirken eine wichtige Arbeit geleistet, um an den Bezug Weimars zur Vergangenheit des Nationalsozialismus und dessen Opfer zu erinnern. Beide wurden 2016 mit dem 2. Hauptpreis des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit ausgezeichnet.

 

Wir sind stolz, Dr. Bock zu unseren Vereinsmitgliedern im Weimarer Dreieck e.V. zählen zu dürfen. Im Weimarer Dreieck e.V. ist Herr Johannes Bock ein ebenso engagiertes Mitglied und gleichermassen hoch geschätztes Vorbild  im Rahmen der Erinnerungskultur und bei der Unterstützung der deutsch-französisch-polnischen Zusammenarbeit im zivilgesellschaftlichen Bereich.

 

Wir danken Herrn Dr. Johannes Bock und Frau Dr. Gisela Bock für ihren unermütlichen Einsatz und gratulieren allen Ausgezeichneten herzlich.

                                                                               © Stadt Weimar

Der Weimarer-Dreieck-Preis ist im Rennen um den Deutschen Engagementpreis 2020

 

Der Weimarer Dreieck e.V. hat in Kooperation mit dem Oberbürgermeister der Stadt Weimar den Weimarer-Dreieck-Preis 2019 an das Centre Français de Berlin gGmbH

verliehen.

 

Nominiert wird das trilaterale Projekt

Drei Länder, sechs Sprachen, ein Projekt: das Weimarer Dreieck auf der Bühne

Trois pays, six langues, un projet: le Triangle de Weimar sur scène

Trzy kraje, sześć języków, jeden projekt: Trójkąt Weimarski na scenie

für die bundesweite Auszeichnung Deutscher Engagementpreis 2020.

 

Das Projekt „Drei Länder, sechs Sprachen, ein Projekt: das Weimarer Dreieck auf der Bühne" ist ein Zyklus von interkulturellen Jugendbegegnungen mit 24 schwerhörigen und gehörlosen Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren

- der Margarethe-von-Witzleben-Schule in Berlin,

- dem französischen Institut für junge Gehörlose Institut de Jeunes Sourds in Paris und

- der polnischen Schule für Gehörlose Instytut Gluchoniemych in Warschau

 in Kooperation mit dem Verband Peuple et Culture.

 

Sie verbindet ein trinationales schulisches wie außerschulisches Konzept. Jugendliche und Kooperationspartner liefern den Beweis für den festen Willen, sich auf hohem Niveau bürgerschaftlich wie europa- und kulturpolitisch zu engagieren. Bei vielfältigen Aktivitäten wie z.B. im Theaterbereich ging es um gemeinsames Fühlen, Interpretieren und Kommunizieren. https://www.weimarer-dreieck.org/preisverleihung/

MDRClip.mp4
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Deutscher Engagementpreis

 

Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland. Er würdigt das freiwillige Engagement der Menschen in unserem Land und all jene, die dieses Engagement durch die Verleihung von Preisen unterstützen. Ziel ist es, die Anerkennungskultur in Deutschland zu stärken und mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu begeistern.
Initiator und Träger des seit 2009 vergebenen Deutschen Engagementpreises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluss der großen Dachorganisationen der Zivilgesellschaft in Deutschland. Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Fernsehlotterie und die Deutsche Bahn Stiftung. Angesiedelt ist der Deutsche Engagementpreis beim Bundesverband Deutscher Stiftungen in Berlin.

 

https://www.deutscher-engagementpreis.de/ueber-uns/

Erinnern, Gedenken und Handeln an Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und stellvertretend an Raphaël Elizé - Franzose, Widerstandskämpfer, KZ-Häftling - waren am 9. Februar 2020 in Weimar Herzensangelegenheit

 

Der Luftangriff auf das Gustloffwerk, 9. Februar 1945! Das Fritz-Sauckel-Werk Weimar, benannt nach dem NSDAP-Gauleiter, war der Stammbetrieb eines Staats- und Parteikonzerns, der seit 1936 mit geraubtem jüdischen Eigentum der Familie Simson aufgebaut wurde. Werke und Zweigniederlassungen gab es in Buchenwald, Hirtenberg, Meuselwitz, Suhl, Berlin und Lichtenwörth. Zum Weimarer Werk gehörte ein Filialbetrieb in Buchenwald, eine Waffenfabrik und eine Werkzeugmaschinenfabrik – die heutige KET-Halle. Schwerpunkte der Produktion waren Gewehre, Geschützteile und Drehbänke. Von den 9.000 Arbeitern des Weimarer Betriebs waren zum Zeitpunkt des Luftangriffes mehr als 8.000 ausländische Zwangsarbeiter oder KZ-Häftlinge.

 

Seit Oktober 1943 bestand unmittelbar neben dem Werk ein erstes Barackenlager des KZ Buchenwald, 1944 ein zweites neben der Werkzeugmaschnenfabrik. In diesem Konzentrationslager hinter dem Bahnhof befanden sich Ende 1944 2.290 Häftlinge.

 

Der Luftangriff der US Air-Force vom 9. Februar 1945 galt dem Rüstungswerk im Norden der Stadt. Acht von zehn der über Weimar abgeworfenen Bomben gingen dort auf engstem Raum nieder. Die Werkleitung hatte angewiesen, dass die Häftlinge bei Fliegeralarm weiterarbeiten mussten und erst nach Einschlag der Bomben Schutz suchen durften. 346 Häftlinge starben während des Angriffs, weitere schwerverletzt in den Tagen danach. Unter den Toten waren 77 Franzosen, 7 Belgier, ein Bulgare, 173 Sowjetbürger, 63 Tschechen, 65 Polen, 9 Spanier, 5 Jugoslawen, 5 Italiener, ein Grieche, 2 Esten, 3 Niederländer, 2 Litauer, ein Lette, 2 Ungarn, 14 Deutsche und ein Österreicher. Einige hundert Meter entfernt, auf dem Bahnhof, traf es einen Zug mit kranken und schwachen Häftlingen aus dem Außenlager Rehmsdorf. Die SS ließ niemanden aus den Viehwaggons, in denen 158 ungarische, lettische, polnische, französische und tschechische Juden umkamen. Insgesamt verloren in der nördlichen Stadt fast 600 Häftlinge des KZ Buchenwald beim Luftangriff das Leben. Diesen Opfern erweisen wir in Gedenken die Ehre. Dr. Harry, Kustos der Gedenkstätte Buchenwald, und Frau Sabine Stein gehörten zu den geschätzten Fürsprechern, die Erinnerung wach zu halten. Sie lasen beeindruckende Texte aus Briefen von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern vor.

 

Der Franzose Raphaёl Elizé steht stellvertretend für die vielen Opfer, die heute sonst keine Stimme haben. Er war der erste farbige Bürgermeister Frankreichs, Widerstandskämpfer, geboren am 4. Februar 1891 in Le Lamentin auf der Insel Martinique (ursprünglich Madinina). Seine Vorfahren waren Sklaven. Als Raphaёl 11 Jahre alt war, floh die Familie nach Frankreich. Schulbesuch, Studium folgten. Eigentlich wollte er – mit dem frischen Diplom in der Tasche – gerade als Tierarzt arbeiten. Der 1. Weltkrieg kam dazwischen, Elizé überlebte seinen Einsatz als Soldat, ging dann in den ersehnten Beruf und genoss recht schnell hohes Ansehen. 1929 wird er daraufhin Bürgermeister seiner Heimatstadt Sablé-sur-Sarthe. Er engagiert sich für die Menschen und wird 1937 sogar zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Sein Glück ist nur von kurzer Dauer: Der 2. Weltkrieg bricht aus und der engagierte Tierarzt und Kommunalpolitiker geht nach der Besetzung durch die NS in den Widerstand. Dort wird er 1943 von der Gestapo aufgespürt und später in das KZ Buchenwald deportiert.

 

Der Bombenangriff am 9. Februar 1945 auf die Gustloff-Rüstungswerke wurde ihm zum Verhängnis. Die Alliierten wollten die Rüstungsindustrie und Bahnlinien vernichten, doch es kamen dabei hunderte geplagte KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter ums Leben. Einer von ihnen war der Franzose Raphaël Elizé. Zu seinem Leben wurden einige Übersetzungen aus dem Buch von Gaston-Paul Effa "Rendez-vous avec l'heure qui blesse" von Dr. Marc Sagnol und Gisela Hösch vorgestellt und in einer wertvollen Broschüre zusammengestellt.

 

Wir erinnern an diesem Tag nicht nur an ihn, sondern ebenso maßgeblich an das als Außenstelle fungierende große Konzentrationslager Gustloff-Werke, auf das außer der Gedenktafel für die Toten des 9. Februar 1945 nichts mehr hinweist.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung am 9.2. 2020 sagte Bürgermeister Kirsten in seiner Rede: "Wir erneuern an diesem Ort in dieser Stunde unser Bekenntnis zum Schwur von Buchenwald: Nie wieder Faschismus! Für eine Welt des Friedens! Wir können etwas tun, der menschengemachten Unbarmherzigkeit der Geschichte nicht noch einmal zum Triumph zu verhelfen."

Abschließend dankte der Vorsitzendes des Weimarer Dreieck e.V., Dieter Hackmann, für das beeindruckende Zeichen, dass die Menschen durch ihr Kommen zur Erinnerung an die Opfer des Luftangriffs vor 75 Jahren  an diesem Ort und den so vielen weiteren Opfern in dieser Zeit gesetzt haben: " Sie machen damit auch deutlich, dass wir keinesfalls nachlassen dürfen zu erinnern, was passiert, wenn Verhältnisse geduldet werden, in denen die Menschenwürde nicht selbstverständlich geachtet wird, und zwar jedes einzelnen Menschen, ganz gleich welcher Kultur, Sprache, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder welche Unterschiedlichkeiten es noch geben mag."

 

Die Veranstalter: Weimarer Dreieck e.V., Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar, Französisches Kulturinstitut Thüringen danken Herrn Dr. Johannes Bock und Frau Gisela Bock für die Federführung und Organisation der so wichtigen Gedenkveranstaltung.

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Das Weimarer Dreieck kann den Zusammenhalt der östlichen Partnerschaften in Europa wieder beleben

 

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zeigte  bei seinem Besuch am 3. Februar in Polen  Initiative, einen „Wendepunkt“ in den angespannten Beziehungen zu erzielen.

 

Macron kündigte für die kommenden Monate ein Gipfeltreffen mit Polen und Deutschland im Rahmen des  „Weimarer Dreiecks“ an. Der französische Präsident betonte gestern in Warschau, die drei Staaten müssten „die Verantwortung für die Zukunft Europas tragen“ und diese Rolle wieder konsequent annehmen – insbesondere angesichts des Ausstiegs des Vereinigten Königreichs aus dem Block.

 

Polens Präsident Andrzej Duda sprach von einem „Durchbruch“ in den Beziehungen und begrüßte die Unterzeichnung des polnisch-französischen Kooperationsvertrages als wichtigen Teil dieser „strategischen Partnerschaft“.

 

Die gemeinsame Erklärung:

https://www.elysee.fr/emmanuel-macron/2020/02/03/declaration-conjointe-du-president-emmanuel-macron-et-de-m-andrzej-duda-president-de-la-republique-de-pologne

Europa-Staatsminister Michael Roth traf im Januar im französischen Lens seine französische Amtskollegin Amélie de Montchalin und seinen polnischen Amtskollegen Konrad Szymański 

 

In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigen sie die Ziele bei Klimapolitik, Rechtsstaatlichkeit, EU-Erweiterung und einem sozialen Europa.

https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/europa/zusammenarbeit-staaten/weimarer-dreieck-polen-frankreich-roth-/2294694

 

Die verabschiedete gemeinsame Erklärung:

https://www.diplomatie.gouv.fr/en/country-files/germany/the-weimar-triangle/article/joint-statement-of-the-ministers-for-european-affairs-of-the-weimar-triangle

Aktuelles

Absage WD Kongress.pdf
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„Deutschland und Polen entdecken“ - Illustrierte deutsch-polnische Landkarte
http://www.dpjw.org/

Sag was! Dis Moi! Powiedz coś!
Ein deutsch-polnisch-französischer Leitfaden zur Sprachanimation in trinationalen Begegnungen zum Herunterladen

 

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Die Sanierung des Rathauses der Stadt Weimar erfordert vorübergehend einen Ortswechsel für die Vereinssitzungen. Ab Januar 2015 finden bis auf Weiteres thematische Vereinssitzungen auf Einladung im Europäischen Informationszentrum in der Regierungsstr. 73 in Erfurt statt. Mitglieder und Interessierte sind stets herzlich eingeladen, an den thematischen  Sitzungen teilzunehmen und diese aktiv mitzugestalten.

Postanschrift:

Weimarer Dreieck e.V.
Postfach 2520
99406 Weimar

 

vorstand@weimarer-dreieck.org 

 

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